11.04.2015

°°°Oh schlehe mir°°°


Das *Schlurck*Schlurck* des Morgentaus unter den Füßen mit einem Blick durch die zartbesetzten Zweige des Schwarzdorns atme ich mit dem Fotografenhübschmadamchen den Morgenhimmel nach dem Sonnenaufgang.




Stille umfasst die Seele und schenkt ihr ein dankbares Lächeln in die sonst schneller werdende Zeit.

Ich muss mir Wege suchen, diesem Lebensstrudel zu entkommen und in seichteren Gewässern zu schwimmen. Manchmal wäre mir nach einem halben Jahr Kloster.

Oder mindestens nach Liegenbleiben im Morgentau.



Zeit für Auszeit.

05.04.2015

°°°eins°°°aon°°°one°°°


Weil es stimmt, was geschrieben steht.
Dass es manchmal besser ist, wenn man NICHT das bekommt, was man sich wünscht.
Völlig anders als in meiner Vorstellung.
Viel besser.
Kein Hund mit will to please.
Ein Charaktermädchen.
Die du mich lehrst, geduldig zu sein, in dem was wir lernen.
Die du mich lehrst, im Moment zu leben.
Genau hinzusehen und hinzuhören.
Loszulassen.
Zu vertrauen.
Die du ganz lassiehaft deinen Kopf auf meinen Schoß legst und deinen Seufzer in tiefer Zufriedenheit in mein Herz seufzst.
Die du das Herz hüpfen lässt, wenn in deiner großen Wiedersehensfreude deine geballte Kraft in jedem Muskel deines kleinen Hundekörpers steckt.
Wenn in all den bangen Momenten 100% Verlass auf dich ist, wo ich nur 80 erwartet hätte.
Wenn ich abends meine Hand auf deinen kleinen Kopf legen und deinen warmen Atem spüren kann.
Ganz viel Liebe.
Auf beiden Seiten.

Und ab heute kein Hundekind mehr.
Eins.

Auf die nächsten 15,16,17 Jahre - du wunderbare Gefährtin!!!

02.04.2015

donnerstags°°°strukturen°°°


Wer als Tourist nach Dresden reist und genügend Zeit mitgebracht hat, wird in den meisten Fällen auch gen Osten weiter fahren, um seine Seele im Elbsandsteingebirge baumeln zu lassen.
Auch heute noch ist dieses vor 90 bis 95 Millionen Jahren aus einem Kreidemeer entstandene Gebirge nicht nur eines der größten (touristischen) Auflugsziele um Dresden herum, sondern ebenso Abbaugebiet für Sandstein.

Slawische Siedler haben vermutlich schon im 7. Jahrhundert diesen Stein genutzt, um daraus
Hirsestampftöpfe herzustellen, sie als Wetz und Schleifsteine sowie für Handmühlen zu benutzen.

Als im 12./13. Jahrhundert die Siedlungen größer und zahlreiche Kirchen, Klöster und Burgen erbaut wurden, wandelte sich die zu dieser Zeit vorwiegend bäuerliche Nutzung der Sandsteine. Es entwickelte sich ein eigenes Steinbrecherhandwerk und die größeren Steinbrüche entstanden.

In Dresden wurde mit dem dort abgebauten Sandstein um 1257 die erste steinerne Brücke und in Meißen der Dom erbaut.

Bildquelle: Wikipedia

Später, als die Elbe durch die entstandene Flussschifffahrt als kostengünstiger Transportweg diente, wurde der Steinbruch vorrangig entlang des Flusses betrieben, so dass dieses ehemals märchenhafte mit bewaldeten Hängen, Felsnadeln und Felsabsätzen besäte Elbtal aufgeweitet und stark verändert wurde. Nicht immer zu seinen Gunsten. Und vorallem vorrangig rechtselbisch. Damit auch im Winter die sonnenbeschienene Seite für die Steinbrucharbeiten genutzt werden konnte.

Als Steinbrecher arbeiteten oft sämtliche männliche Mitglieder einer Familie. Und dieser Knochenjob forderte sehr zeitig seinen Tribut. Mit 30 Jahren waren die Männer so kaputt, dass sie diese Arbeit nicht mehr ausführen konnten, viele starben schon mit 40 Jahren.



Bildquelle: Fotocommunity - Andreas Becke

Die zur Sandsteingewinnung vorrangig eingesetzte Methode der Wandfällung war eine schweißbtreibende und körperlich enorm harte Arbeit. Unterhalb des Sandsteinmassivs, in einer horizontalen Schichtfuge des Berges, welcher abgebaut werden sollte, wurde eine Aushöhlung getrieben, die bis zur endgültigen "Fällung" der Wand mit starken Holzstämmen gestützt wurde.
Nach dem Abgang der Wand kam diese auf dem vorbereiteten Horzelbett zu liegen, wo die Steine weiter verarbeitet wurden.

Um im Falle eines vorzeitigen, unbeabsichtigten Abganges des Wandmassivs dem dadurch sicheren Tod entgehen zu können, bedienten sich die Hohlmacher eines kleinen Tricks. Nachdem die Stämme zum Absichern eingetrieben waren, klemmten sie in die Spalten, die sich ergaben, ihre kleinen Schnapsflaschen.
Zersprangen diese während der Aushöhlarbeiten, wussten die Arbeiter, dass es Zeit ist, aus dem Felswerk zu flüchten und konnten so noch die anderen, draußen Arbeitenden warnen.
Nichts desto trotz forderten die Steinbauarbeiten viele Tote, denn es gab unvohergesehene Wandabgänge, bei denen sich niemand in Sicherheit bringen konnte.

Heutzutage sind die Sandsteinabbauarbeiten einfacher und weniger gefährlich, zumal in der heutigen Zeit die Arbeit am Stock vollzogen wird, der Abbau also von oben nach unten erfolgt.

Ist man in Dresden unterwegs, sieht man Sandsteine in und an Gebäuden in allen möglichen Facetten.
Mit vielen unendlich schönen Strukturen.










Mehr dazu gibt es ein andermal.
Wer übrigens gern mal eine geführte Steinbruchwanderung miterleben möchte, auf der er zahlreiches Hintergrundwissen erwerben kann, der kann sich hier bei einer Steinbruchführung durch die Sächsiche Schweiz anmelden.

30.03.2015

Was mein Leben reicher macht ::8::


Die Freundin, zu der ich jetzt gern einmal nach links quer durch Deutschland die über fünfhundert Kilometer fahren würde, um sie ganz, ganz fest in den Arm zu nehmen. Weil sie mir am Donnerstag schon zum dritten Mal mit ihrer Überraschungspost in diesem Jahr eine solche Freude gemacht hat, dass ich ihr gern ein Mal davon eine fotografische Momentaufnahme schicken würde.

Als wir nach meinem Heimkommen zum Zahnarzt müssen, schnappe mir den Brief und lese genüsslich während wir warten die Kalenderblätter des Zeit-Kalenders mit wunderbaren "Was mein Leben reicher macht"-Einsendungen.

Sie sind diesmal alle besonders schön, aber ein Text schafft ganz große Emotionen:

"Als Jungverliebte haben meine Frau und ich eine Tradition gegründet, die unser Leben bis heute (wir sind in den sechzigern) reicher macht: Abend für Abend bin ich ihr Vorleser, während sie strickt oder häkelt. Hunderte von Büchern haben wir so schon gemeinsam gelesen. In unzählige Pullover sind unsere Geschichten mit hineingearbeitet.

Werner Specht, Graz, Österreich"

Danke Herr Specht.


Und danke vorallem, du Beste - DAS sind immer wahre Herzhüpfermomente, die beim aus dem Briefkastenholen und dem anschließenden Genießendürfen deiner lieben Post entstehen!

23.03.2015

Was mein Leben reicher macht ::7::


Kindermund.

Sonntagnachmittag.
Das kleine Kind ent::packt seinen Ranzen und ent::deckt dabei zu seinem Schreck die unausgeräumte Brotbüchse vergangener Tage.

Um den Schrecken zu vertreiben und Mutters eventueller Meckertirade vorzubeugen kommt er in die Küche gehüpft ::tadaaaa:: und ruft mit freudig anpreisender Stimme:

"Möchte jemand von euch kiwige Pelzis haben???"

Die Meckertirade hat er damit auf jeden Fall in atemberaubendes Lachen verschwenkt.
Danke mein Kind, das war es wert!

Bildquelle: http://fruitsbenefits.com/health-benefits-of-kiwi/

Einen schönen Montag mit ebensolchen Glückshüpfermomenten wünsch ich euch!