14.09.2014

Wenn die Sonntagsfreude weit über den Sonntag hinausreicht ...

Der Regen trommelt sanft auf das Blätterdach des Grüns vor unserem Haus.
Auf meiner frühlingsgrünen Regenjacke hinterlässt er ein "plock-plock-plock" und das Gefühl, dass der Sommer in den Herbst wechselt und den Gedanken, dass ich mir dringend ein paar Gummistiefletten zulegen muss, um in Zukunft mit dem Hundekind durch die Wiesen streifen zu können, ohne mit nassen Strümpfen heimzukommen.
Ich mag den angehenden Herbst. Und freue mich, wenn das Hundekind Spaß an den herabfallenden Blättern hat.
Es hat sich einiges verändert in den Wochen seit Suna da ist.
Das Beste vorweg: Sieben Kilo weniger auf den Rippen!
Nicht alles der nun vielen Bewegung geschuldet, so manches Gramm sicher der Sorge, ob das alles eine gute Entscheidung war, ob es gut klappt mit der Eingewöhnung, mit dem Alleinbleiben, mit ...
Ja es klappt.
Es waren jede Menge Sorgen umsonst.



Dafür rutschen nun ein paar Hosen und so manch anderes Kleidungsstück passt wieder perfekt. Kleider, die ich schon aussortiert, aber noch nicht zur Tafel gebracht hatte, durften wieder in den Schrank einziehen, manch anderes, was noch drinnen lag, wird jetzt wieder mit stolz gewschwellter Brust getragen.

Das Hundekind macht Freude.
Es ist ein Sonnenschein, die Freundlichkeit in Person.
Es vereinen sich Lernbereitschaft mit einem kleinen Dickkopf, den ich ab und an gern bei den Hörnern packen möchte :-)

Was andere als Belastung ansehen, dieses tägliche Rausmüssen bei Wind und Wetter - ich nehme es mit Freude.
Suna ist mein mobiles Fitnessstudio und ich freue mich schon auf denTag, an dem wir lange, ausgiebige Spaziergänge machen dürfen. (Wachs mal schneller, du Hundekind!)

Im Moment, da ich tagsüber stundenlang dem Weiterbildungstrainer per Headset zuhören, dabei in den Rechner starren und zeichnen muss ...


und nebenher noch schnelles Schönschreiben übe ...


bin ich froh, dass der Kurs nach zwei Mal Umfallen zu erreichen ist und ich in der  Mittagspause mit dem Hundekind den Kopf freipusten kann. Diese Art des Fernunterrichts ist interessant, aber ungewohnt und strengt in den ersten Tagen ziemlich an.

(Vorallem dann, wenn des Fräuleins Blase schon um 4.30 Uhr nach einer dringenden Entleerung rief und man selbst zu jenen Menschen gehört, die nach einem solchen Kurzausflug an die frische Luft nicht mehr einschlafen können.)

Schön jedoch, wenn ich so langsam verstehe, was man mit diesem Programm alles zaubern kann. Zum Lernen dann abends nochmal an den Rechner, obwohl man der Kiste schon mächtig überdrüssig ist! Nützt aber nix, nächsten Freitag läuft die erste Prüfung!

Also zwischendurch raus, raus, raus!

Luft und Weite atmen.
Kastanien sammeln, das Hundekind springen lassen.
Einmal hin ....


und natürlich wieder zurück ... und dabei liebevoll säuseln "Suuuunaaaa, hierheeeeer."


Hübschmadamchen kommt!
Und wie schnell.
Denn nur ich hab die leckersten Leckerlies auf der Welt in meiner Tasche.
Gekochte Pute. Zum Verwöhnen. Erziehen. Belohnen.
Funktioniert immer.
Hier ...


Sag ich doch!

Was übrigens auch immer funktioniert: Der Fotografin kurzerhand vor die Linse hopsen.


Na gut, dann kennt ihr jetzt auch mal Sunas lustigen Ringelschwanz. Als Tragegriff leider ungeeignet.

Und wenn ich mal nicht am Hundekind herumerziehe, sondern dieses frei tun und lassen darf, was es will, dann bleibt genügend Zeit, um Sonnenaufgänge zu genießen ...


sich am Wiesenblütenbestand zu erfreuen ...



und dem Plätschern des kleinen Bachs zu lauschen.


Es kann natürlich passieren, dass man sein Hundekind in etwas anderer Form wiederbekommt, als man es zuvor in die Freiheit entlassen hatte und sich jenes fragt, wieso man stets meint, es solle sich nicht so dreckig machen ...


Aber das nehm ich in Kauf.
Der Regen spült das Hundekind wieder sauber, bevor wir zuhause eintrudeln.

*plock*
*plock*
*plock*

Und am Abend denk ich mir:

Welch wundervolles Glück auf vier Pfoten wir doch haben - ich möcht es nicht mehr missen!


02.09.2014

Gummibärchenerinnungen.

Wir haben eine Unmenge Brettspiele.
Manche doppelt und dreifach.
So wie das klassische "Mensch ärgere dich nicht", bei dem ich mich regelmäßig ärgere, wenn die Augenzahl auf dem Würfel mal wieder nicht mit dem übereinstimmt, was mein Weg ins Ziel benötigt und ich mit Taktik also auch keinen Schritt weiterkomme.
Beim Ausmisten des Kellers Anfang der Ferien fand sich eine Variation des Brettspiel mit dem süßen Namen "Bärchen ärgere dich nicht", zu schade zum Wegwerfen, zum Spielen ... nunja, drei andere sind genug. Außerdem fand ich das durchsichtige Brett nicht besonders toll.
Was also tun, wenn man sich nicht trennen kann, wegwerfen aber auch nicht ansteht?
Klar, gibt´s nur eines: Upcyclen!

Und da der lieben Ninas Upcycling-Dienstag wieder begonnen hat, schicke ich diesen Beitrag, der ein Special bei Barbaras Sommergästen war, heute noch hinterher.

Wer also wissen möchte, was aus den Bärchen wurde und wieso sie zum Helden des Alltag gekürt werden, der lese auf dem schönen Blog von dramaqueen meinen Upcycling-Beitrag zum Thema "Gummibärchenerinnerungen".


01.09.2014

Das Glück hat vier Pfoten. - oder My Monday Mhhhhhh #75

Seit knapp fünf Wochen wohnt ein kleines Bündel Fell bei uns.

Jung.
Dynamisch.
Hüpfend.
Sich freuend.
Schwanzwedeln am Morgen.
Mittag.
Abend.
Und draußen ein Springinsfeld.
Mit Manieren.
Mehr.
Oder weniger.

Kein Wunder also, dass hier im Blog eine gewisse Ruhe eingekehrt war.
Denn Suna brauchte Zeit.
Zum Eingewöhnen.

Sie ist jetzt zarte 21 Wochen jung, stammt aus einem Tierheim und vereint den quirligen Yorkshire und charmanten Cairn Terrier in sich. Vater unbekannt, von daher bleibt sie ein wenig ein Überraschungspaket.
Trotz aller Bedenken hinsichtlich Hund und Katz unter einem Dach sei gesagt: 
Beide Seiten sind vorbildliche Mitbewohner.

Und im Urlaub, den sie nach nur einer Woche im neuen Zuhause schon im Zelt verbringen durfte (oder eher musste), zeigte sich die kleine Dame von ihrer besten Seite. Nur an ihrem Arbeitseinsatz beim Zeltaufbau müssen wir wahrlich noch arbeiten.

Dafür im Zelt die totale Entspannung.

Und eine Hundedame, die Tretbootfahren und Tischtennisbälle über alles liebt!

Wenn man Star Wars mag, dann braucht man unbedingt einen Yoda-Hund.

Ein gut erzogener Hund wird nicht drauf bestehen,
dass du die Mahlzeit mit ihm teilst,
er sorgt lediglich dafür,
dass dein Gewissen so schlecht ist,
dass sie dir nicht mehr schmeckt.
Helen Thomson

Da sie aufgrund ihrer Umstellung im neuen Heim erst mal nur gekochte Pute bekam, um den Magen zu beruhigen, waren die Jungs davon so angetan, dass es also auch hier nach langer Zeit mal wieder Putenfleisch gab. In Honig-Lavendelgelee-gebraten und mit Sahne verfeinert. Dazu allseits beliebte Pommes und fantastische "gehn-immer-Bohnen".

Ich hoffe, ihr ward in der Zwischenzeit fleißig am Kochen, Backen und anderweitig in der Küche arbeiten. Dann immer her mit euren Leckerlichkeiten.
 

28.07.2014

My Monday Mhhhhhh #74 - still ruht der See.

Man o man.
Wo ist die Zeit nur hin?
Im letzten Vierteljahr ging sie nicht schneller als sonst dahin, aber fröhlicher, lebendiger als in all den Wochen zuvor. Denn nach meinem beruflichen Disaster Anfang des Jahres hatte ich den Lebensplan ein wenig korrigiert und mich frohen Mutes von April bis Juli in ein Praktikum geworfen. Um wieder hineinzuspringen in das große Abenteuer Architektur. Um wieder anzukommen in jenem Beruf, in dem ich doch einst so gerne zuhause war.
Und nichts hätte besser sein können als diese Entscheidung!
Schon das erste Projekt führte mich mit großartigen Firmen zusammen, ließ mich mit Menschen zusammenarbeiten, die ich sehr zu schätzen lernte und von denen ich eine Menge lernen konnte. Ich mag an unserem Beruf dieses Zusammenspiel mit anderen Menschen, den Austausch, das Lernen, die Erweiterung des Horizontes, die man täglich darin erfährt.
Und ich liebe die kleinen, besonderen Projekte, die sich klammheimlich auf den Tisch schmuggeln, in denen sich zwei Leidenschaften verbinden lassen. In dem der erlernte Beruf mit dem größten Hobby zusammenfließen und mich durch unentdeckte Welten alter Fabrikhallen steigen lassen und mir dieses grandiose Gefühl von Atemlosigkeit verschaffen, wenn ich Räume betrete, in denen viele Jahre zuvor Menschen gearbeitet haben, in denen man das Leben noch spürt, das einst dort herrschte.



Dabei mit Kollegen zusammen zu arbeiten, die netter und offenherziger nicht sein könnten, Chefs an der seite zu haben, die einem zu jeder Zeit auf all die Fragen Antworten bieten konnten und die von ganzem Herzen die Arbeit würdigten, die ich ablieferte, all das tat so gut in den letzten Wochen. Es war eine reine Wohlfühlzeit, in der ich morgens beschwingt mit meinem Rad meine 20 Minuten zurücklegte, um frohgelaunt mit der Arbeit zu beginnen.

Je näher das Ende dieser Zeit rückte, desto schwerer wurde mir ums Herz. Wer verlässt schon gern einen Platz, an dem er sich wohlfühlt, an dem er geachtet und geschätzt wird und das Lachen die anderen ansteckt?

Und manchmal meint es das Leben so gut mit mir. Darf ich also ab November diesen Radelweg als meinen täglichen Begleiter sehen, darf ich auch in Zukunft mit den Kollegen lachen und lernen, in Tabellen zusammenzählen, welche Fenster neu eingebaut werden müssen und wo zuvor wieviel Mauerwerk durch kräftige Abrissmänner beseitigt werden.

Doch bevor ich nach all den vielen Jahren mit Selbständigkeit, Badplanung und ohne Jobs endlich wieder ganz in die Architektur zurückkehre - und das von ganzem herzen, bevor ich mich jeden Tag auf so wunderbare Kollegen und Cehfs freuen kann, heißt es erst nochmal Schulbank drücken. Acht Wochen lang den Versuch starten in hochkomplexe Zeichenprogramme einzusteigen. Und diese auch noch mit einem virtuellen Klassenzimmer. Ich bin sehr gespannt!

Zwischendurch übrigens hatten die beiden wilden Kerle dieses Hauses ihre Jährung.

Groß sind sie geworden und so fantastische Jungs! Könnte ich die Zeit anhalten, ich würde es sofort tun. Mit jedem Tag verstehe ich mehr, weshalb es immer heißt, man muss jede Minute mit ihnen genießen, denn sie werden so schnell groß. Trotzdem wir uns alle auch ganz grandios an den Ecken und Kanten aller aufreiben können, ist es eine wunderbare Familie, die wir drei bilden. Nach all den Jahren so mancher verzweifelter Alleinerziehungsversuche kann ich gerade weg sagen, dass wir eine wunderbare Familie sind. Ich klopf mir einfach mal selbst auf die Schulter (und in diesem Sinne auch all den anderen Alleinerziehenden, die wissen, wovon ich spreche).

Neulich zum Beispiel, als ich ziemlich müde auf dem Sofa gelümmelt habe und dabei eingeschlafen bin, schlichen sich die Jungs in die Küche und versuchten, das Klappern der teller so leise wie möglich zu gestalten, deckten den Abendbrottisch und weckten mich dann zu einem sommerlichen Abendmahl, wie es schöner nicht sien könnte. Denn bei den Temperaturen hält man es sowieso nur mit viel Gemüse aus.



Und mit Experimenten in flüssiger Form.

Jetzt wünsche ich mir als einziges in dieser Zeit, dass meine Schreiblust wieder ein wenig zurückkehrt. Denn momentan flaut es vor sich hin und ich habe das Gefühl, nichts wirklich Wichtiges mehr schreiben zu können, reihe mich also ein in die hier und da vorherrschende Blogunlust, auch wenn es mir so gar nicht gefällt. Vielleicht muss es aber auch so sein, um dann, wenn die Tage wieder kürzer werden mit neuen Ideen zurückzukehren.

Ich hoffe, ihr genießt den Sommer und könnt die Seele mal so richtig baumeln lassen!

Oder habt ihr bei diesen Temperaturen etwa in der Küche gestanden und gezaubert? Falls ja, dann immer her damit, vielleicht ist da ein oder andere doch genau richtig, um sich abzukühlen!

08.07.2014

Mach was draus!


Tu was du liebst!
Und es kehrt zu dir zurück.

So ähnlich trug es sich neulich zu, als ich neulich auf dem Weg zur Arbeit den ehemaligen Lebensgefährten traf und er mich um meine Mithilfe bei einer Badplanung bat. "Könntest du da mal einen Entwurf ....?"
Ich konnte zumindest nicht nein sagen, obgleich sich meine Aufgabe darauf beschränkte, Produkte herauszusuchen. Für Menschen, die ich nicht kenne.
Nicht die leichteste Aufgabe, aber mit geschickter Fragestellung an den Architekten war einiges an wichtigen Informationen herauszufiltern. Und drei Jahre Mitarbeit in der Badplanung machten sich bezahlt. Zahlreiche Gespräche zwischen meiner damaligen Chefin und den Bauherren, viele Entwürfe, die über meinen Tisch gingen und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Firmen trugen dazu bei, dass ich eine Zusammenstellung von Produkten arrangieren und diese in einer kleinen Skizze für die Bauherren präsentieren konnte.

Die Tatsache, dass wie so oft in Architektenentwürfen zu wenig Platz für Bäder vorgesehen wird, macht es nicht leicht. Manch einer vergisst sogar eine simple Vorsatzwand und wir dürfen dann sehen, wo Leitungsrohre, Spülkästen und diverse andere "Kleinigkeiten" versteckt werden, die man benötigt, um den täglichen menschlichen Bedürfnissen nachzugehen.

Dennoch hat es Spaß gemacht, im großen Produktedschungel das Feinste herauszupicken und in einer Sache zusammenzuführen. Ein bissel wenig zeit war´s wieder, wie so oft. Davon hätt ich das nächste Mal gern mehr, um es zu perfektionieren.
Dank Photoshop war aber zumindest schon ein Großteil der Arbeiten eine echte Erleichterung. Denn so gern ich per Hand zeichne, so zeitintensiv sind dann die Ausbesserungen dabei.



Ich bin gespannt, was die Bauherren sagen.

Übrigens bin ich bei solchen Aufgaben gern dabei, meine Weiterempfehlung auszusprechen. Firmen, die mich in den drei Jahren Badplanung überzeugt haben, mit denen ich gern zusammen gearbeitet habe, die menschlich und fachlich top waren, die werden in solchen Projekten unauffällig und uneingeschränkt beim Bauherren beworben. Denn nichts ist schöner, wenn man mit gutem Gewissen gute Arbeit anpreisen kann.
An dieser Stelle zeigt sich nämlich immer wieder die Macht der Mundpropaganda, die ich immer noch für die beste Bewerbung guter Arbeit halte. Denn sie spricht ganz allein für sich!